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Stiftung Schulpforta unterstützt Konzertreihe Welterbe-Klang

Mit Welterstaufführungen bislang unveröffentlichter Solowerke für Viola da Gamba und Orchester resp. Pianoforte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Klosterkirche Schulpforte am 29. September 2019 Gastgeberin für das Auftaktkonzert einer neuen Reihe des Welterbevereins.

Es musizierten: Thomas Fritzsch (Viola da gamba), Wiederentdecker bislang verborgener Musikschätze und Sonderbotschafter des Burgenlandkreises, Gewandhausorganist Michael Schönheit (Pianoforte) und das Orchesterensemble „Merseburger Hofmusik“

Die wiederentdeckten Musikstücke sind insbesondere deswegen so spektakulär, da die Existenz von Gambenmusik im 19. Jahrhundert bislang stets verneint wurde und Komponisten wie Chwatal, Jaeschke, Guhr, Willinc, Schumann, Liszt und Mendelsohn Bartholdy in diesem Zusammenhang nie wahrgenommen wurden. Ein Teil dieser Werke entdeckte Thomas Fritzsch in der privaten Musikbibliothek der Grafen von Maltzan (Militsch/Milicz Polen). Sie waren die Auftraggeber für die Komponisten. Die einst Joachim Carl Graf Maltzan (1733-1813) gehörende Viola da gamba aus dem Jahre 1784 wird seit einigen Jahren von Thomas Fritzsch gespielt. Der heute in München lebende Familienzweig der gräflichen Familie von Maltzan ist verwandt mit der gräflichen Familie von Zech-Burkersroda. Aus diesem Grund lebte die Familie von Maltzan 1945 nach der Flucht aus Militsch auf Schloss Goseck. Schloss Goseck und das Kloster Pforta sind bedeutende Bestandteile der Kulturlandschaft an Saale und Unstrut.

Nach jüngsten Forschungen von Thomas Fritzsch hat der im Programm vertretene Franz Xaver Chwatal von 1822 bis 1835 als Musiklehrer und Pianist in Merseburg gelebt und hier auch seine ersten Kompositionen veröffentlicht. Von 1835 bis 1879 war Chwatal Musikdirektor in Magdeburg. Es ist davon auszugehen, dass Chwatal mit Friedrich Ludwig Jahn persönlich bekannt war und dessen Ideen unterstützte, denn 1861 veröffentlichte er auf die Worte „Frisch – Froh – Fromm – Frei“ (Text: W. Herrmann) ein „Marschlied für deutsche Turner“. Möglicherweise entstand Chwatals Marschlied bereits 1861, da der Wahlspruch der Turner bereits 1846 auf dem Turnfest zu Heilbronn vorgeschlagen wurde.

Die Stiftung Schulpforta unterstützte das Konzert logistisch und finanziell. Die Einnahmen des Abends kommen der Landesschule Pforta zugute.



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